Wieviel Elterngeld kriege ich? Einfache Frage – tausend Ähs als Antwort

Eigentlich ist die Sache doch ganz einfach. Die Höhe des Elterngeldes ist die zentrale, grundlegende Frage, die jeder Antragsteller hat. Bei mittlerweile mehreren Millionen von Anträgen sollten doch die entsprechenden offiziellen Stellen einige Erfahrung darin haben, diese Frage zu beantworten – auch bei etwas kniffligeren Fällen.

Wie hoch ist mein Elterngeld?Wie hoch ist mein Elterngeld?

Aber die Realität für Selbstständige sieht so aus: Man findet keine wirklich verlässlichen Informationen. Fast alle Informationen die man findet, sind an Angestellte gerichtet. Ich habe bei zwei Elterngeldrechnern (hier und hier) meine Daten eingegeben und zwei unterschiedliche Ergebnisse bekommen – mit einer Differenz von ca. 200 Euro! Wenn ich den Brief von der L-Bank bekomme, rechne ich mit einem dritten Ergebnis. Mit etwas Glück werde ich positiv überrascht. Aber was mache ich, wenn die offizielle Summe deutlich niedriger ist, als mir die Elterngeldrechner prognostizieren? Denn wirklich transparent ist die Berechnung nicht. Und 100 Euro mehr oder weniger können bei einer jungen Familie einen großen Unterschied machen. Jeden Tag, während ich gespannt und aufgeregt in den Briefkasten schaue, frage ich mich immer wieder aufs Neue: Warum diese Unsicherheit, diese ewige Rechnerei, dieses Warten? Warum muss das alles so kompliziert sein?

Elterngeld – am Anfang steht das große Fragezeichen

Als ob Kinderkriegen nicht schon aufregend genug wäre! Aber sich durch den Familienförderungsdschungel zu schlagen – das ist mal ein Abenteuer!

ElterngeldantragElterngeldantrag

Als Anfänger in diesem Metier weiß man eigentlich nur, dass man Elterngeld kriegt – irgendwie. Und Mutterschaftsgeld gibt’s ja auch noch. Und Kindergeld. Eine erste Internetrecherche endet in der Verwirrung, denn man bekommt auf unterschiedlichen Seiten unterschiedliche Antworten. Wird nun das Mutterschaftsgeld auf den Bezugszeitraum des Elterngelds angerechnet (und wenn ja: warum?). Besonders spannend wird es, wenn man als Selbstständiger das Elterngeld beantragt. Denn alleine schon die ganz grundsätzliche Frage zu beantworten (wie viel Elterngeld kriege ich?), ist nicht ganz trivial. Und wenn man konkrete Fragen hat, gibt es in ganz Baden-Württemberg nur eine Beratungsstelle für Elterngeld: Nämlich in Karlsruhe bei der L-Bank.

Ich stelle fest: Das Elterngeld ist ein Labyrinth. Und: Die besten Informationen liefern andere Betroffene bzw. Eltern. Die haben sich schon durch das Labyrinth gekämpft und haben wie aus der Pistole geschossen die Antworten, die ich in den offiziellen FAQs nicht finden konnte. Immerhin: Das Kindergeld zu beantragen ist ziemlich einfach.

Ich frage mich: Warum dieser bürokratische Spießrutenlauf? Und was sagt das über unsere Politik und den Stellenwert der Familie in dieser Gesellschaft aus?