Über mich

Persönliches

1981 geboren, habe ich meine ersten Lebensmonate in einem Wohnheim für Spätaussiedler in Bonn verbracht. Als ich anderthalb Jahre alt war, sind wir nach Tübingen gezogen wo ich auch zur Schule gegangen bin und mein Abitur gemacht habe. Nach drei Jahren in Bukarest/Rumänien habe ich in Potsdam Architektur und Städtebau studiert. 2008 habe ich an der TU Berlin den Dualen Master in Urban Design angefangen und 2010 mit meiner Abschlussarbeit in Shanghai abgeschlossen. In China stellte sich mir die Frage: Dort bleiben oder zurück in die süddeutsche Heimat ziehen? Eine schwere Frage, aber am Ende stand fest: Meine Freundin (die ich übrigens vor einer Mao-Statue in Shanghai kennengelernt habe) und ich werden in Stuttgart sesshaft! Seit 2010 bin ich mit meinem Unternehmen Neochic selbständiger Web-Unternehmer und entwickle Corporate Websites und Webanwendungen. Im Frühling 2013 hat sich mein Leben wieder komplett verändert: Am späten Abend des 15. Mai wurde unsere Tochter geboren – der aufregendste und glücklichste Moment meines Lebens der alles auf den Kopf gestellt hat. Nun tauchen wir in ein ganz neues Leben ein und es stellen sich uns neue, ungewohnte Fragen: Wie viel Elterngeld bekommen wir? Wie regeln wir die Kinderbetreuung, damit meine Freundin ihren Abschluss machen und ich arbeiten gehen kann? Kriegen wir einen Kita-Platz? Und was, wenn nicht? Fragen über Fragen – es bleibt spannend.

Politisches

Mein Interesse an politischen Themen war schon immer sehr ausgeprägt. Aber mich aktiv in die Politik einbringen wollte ich nicht, da mich die Struktur und Arbeitsweise der etablierten Parteien eher abschreckte. Mitte der Nullerjahre, als Nachwehe der Anschläge von 9/11, wurde in Deutschland eine restriktive “Law-and-Order”-Politik zunehmend salonfähig. Forderungen nach der Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchung von Privatrechnern habe ich immer mehr mit Sorge betrachtet. Die Unschuldsvermutung als eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens sowie die Verhältnismäßigkeit galt in vielen Fällen nicht mehr – der Vorwurf des Downloads eines Musikstücks hat oft schon gereicht, den Rechtsstaat auszuhebeln und den Beschuldigten um Tausende Euro zu bringen. Kritische Stimmen irgendeiner Partei? Fehlanzeige. Das damals politisch gewollte und künstlich geschaffene Klima der Angst, das 80 Millionen Bundesbürger ins Visier der Fahnder rückte, hat schließlich dazu geführt, dass ich mich für die 2006 frisch gegründete Piratenpartei zu interessieren begann. Sie schien mit ihrer Forderung nach Bürgerrechten und Freiheit ein gutes Gegengewicht gegen die etablierten Parteien zu sein, die ihre Entscheidungen so oft als alternativlos begründen. An ein Engagement, oder gar einen Eintritt dachte ich damals noch nicht.

Das änderte sich 2009 im Zuge der Debatte um Netzsperren (“Zensursula”) und dem dreisten Versuch unserer Bundesregierung, das selbstgeschaffene Klima der Angst in Deutschland auszunutzen, um Netzsperren durchzusetzen. Es wurde damit argumentiert, Kinderpornographie eindämmen zu wollen, dabei war das nur ein vorgeschobener Grund, um eine Infrastruktur zu schaffen, mit der die Internetnutzer überwacht und kontrolliert werden können. Einen Tag bevor ich nach China aufbrach, um dort meine Abschlussarbeit in Urban Design zu schreiben, schickte ich mein Beitrittsformular ab und wurde Pirat.
Ein Jahr später, nach meiner Rückkehr nach Deutschland, engagierte ich mich aktiv bei den Stuttgarter Piraten. Mein Schwerpunkt war die Organisation der Arbeitsgemeinschaften (AGs), mit dem Ziel, die Piraten neben den breit diskutierten Bundesthemen auch kommunal sichtbarer zu machen. 2012 habe ich mich schließlich zur Wahl aufstellen lassen. Zahlreiche Piraten schenkten mir ihr Vertrauen: Ich wurde auf Platz 14 der Landesliste Baden-Württemberg gewählt und bin Direktkandidat im Wahlbezirk Stuttgart I.

Meine Themen

Ich habe mich schon immer für ein sehr breites Themenspektrum interessiert. Anfangs habe ich mich vor allem in den Bereichen Bürgerrechte, Stadtentwicklung, Verkehr und Kultur engagiert. Seit der Schwangerschaft meiner Verlobten und der Geburt meiner Tochter im Mai 2013 habe ich eine neue Sichtweise auf die Themen Familienförderung, Zukunftsplanung, Arbeit, Lohnentwicklung, Rente und Altersarmut bekommen. Und so haben sich diese Themen zu meinem Schwerpunkt entwickelt. Zeitgleich habe ich mich mehr und mehr mit dem Thema Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) beschäftigt. Anfangs stand ich diesem Thema noch ablehnend gegenüber, aber mit der Zeit habe ich meine Meinung geändert. Denn je mehr ich mich mit unserem derzeitigen Sozialsystem auseinandersetzt habe, desto mehr erkannte ich das enorme Potenzial des Grundeinkommens. Leider führt unser heutiges Sozialsystem in eine Sackgasse und produziert mehrheitlich Verlierer, unabhängig von der Leistung des Einzelnen. Das Grundeinkommen bietet Antworten für die vermeintlich unlösbaren Probleme unserer Gesellschaft: Alters- und Kinderarmut, Hartz4, Bildungsungerechtigkeit, Familienförderung, Demografie, Lohndumping, etc.. Darüberhinaus folgt es dem Prinzip eines positiven Menschenbilds und lässt dem Menschen das Wertvollste in seinem Leben – seine Würde.

 

Ein Kommentar

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    Steffen Hannemann

    Ich bin zwar 20 Jahre älter, kam 1983 über Häftlingsfreikauf nach Westdeutschland, wo ich im Wohnheim mit vielen Spätaussiedlern aus Rumänien zusammenkam. Du schreibst zwar nicht, das Deine Eltern von da kamen, abe rich nehme das mal an.
    Meine Frau ist aus Brasilien, mein Sohn geb. 1988 lebt heute in Belem/Brasil. China hab ich auch als Thema, da vor allem die Besetzung Tibets durch Mao. Mein Hauptthema ist auch Zukunft, BGE, Robotik, dazu würde ich Dir gern diesen Link empfehlen:
    http://www.wie.org/de/j18/kurzweil.asp?page=3
    Ich lebe zur Zeit noch in Esslingen, aber im Berberdorf, mir stehen wieder Sanktionen bevor, weil ich Niedriglohnarbeit als Arbeit ohne Gewinn aus Überzeugung ablehne. Darum werde ich ab Juli wieder als ofw durch Deutschland mit Fahrrad, Zelt umherreisen, bevor ich im September wie immer für 7 Monate nach Thailand/Malaysia gehe.

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